Kenia

Im Jahr 1963 erlangte Kenia die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien und hat seitdem eine bewegte politische Geschichte hinter sich: Zunächst lange von einer Einparteienherrschaft der Kenya African National Union (KANU) geprägt, erlebte das Land in den 1990er‑Jahren eine Öffnung hin zu einem Mehrparteiensystem - immer wiederkehrende Konflikte um Wahlen sowie ethnisch geprägte Spannungen blieben jedoch bis heute eine zentrale Herausforderung

ERste Menschen & Frühgeschichte

Fossile Funde belegen, dass Vorfahren der heutigen Menschen vermutlich schon vor über vier Millionen Jahren auf dem Gebiet des heutigen Kenias lebten. Zu lokalen Jägern und Sammlern gesellten sich um ca. 2000 v. Chr. kuschitische Völker, die aus Nordafrika einwanderten und die Tradition der Viehzucht mit sich brachten. Dazu kamen ungefähr um Christi Geburt nilotische und bantu-sprachige Gruppen, die Eisenverarbeitung und Landwirtschaft einführten, während die Küste ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. durch Handel mit arabischen Stämmen und dem römischen Reich geprägt wurde.

Swahili-Küste

Ab dem 8. Jahrhundert begann entlang der Küste ein Austausch mit arabischen, persischen und indischen Händlern zu florieren und es entstanden kosmopolitische Stadtstaaten wie Mombasa, Malindi und Lamu. Hier entwickelte sich die einzigartige Swahili-Kultur und -Sprache mit ihren Bantu-Wurzeln und u.a. arabischen, aber auch indischen und persischen Einflüssen. Besonders bedeutend waren hierfür auch Migrant*innen aus der Region Shiraz im heutigen Iran,  die sich im 12. Jahrhundert an der Küste ansiedelten und weitgehend in die lokale Bantu-Bevölkerung integrierten. Dabei bildete sich eine Oberschicht heraus, die Sklavenarbeit einsetzte, aber auch die Swahili-Sprache maßgeblich prägte. 

 

 

 

Kolonialisierung

Die Kolonialisierung Kenias begann 1498 mit Vasco da Gamas Ankunft an der Küste in Mombasa und Malindi, wo die Portugiesen Küstenstädte eroberten und Ende des 16. Jahrhunderts das berühmte Fort Jesus in Mombasa bauten, um den Seehandel zu kontrollieren. Trotz des Widerstand der lokalen Swahili-Staaten hielt sich der portugiesische Einfluss in der Region über 200 Jahre, bis die Omanis das Fort nach langer Belagerung einnahmen und die Portugiesen anschließend vollständig vertrieben. Unter Sultan Sayyid Said beanspruchte das Omanische Sultanat bis Ende des 19. Jahrhunderts die Swahili-Küste und förderte den Sklaven- und Elfenbeinhandel. Im Jahr 1888 übernahm die britische East Africa Company die Kontrolle über das Land. Nur wenige Jahre später wurde Kenia zum britischen Protektorat und 1920 ganz offiziell zur Kolonie erklärt.  

Unabhängigkeit und aktuelle Herausforderungen 

Im Jahr 1963 erlangte Kenia seine Unabhängigkeit. Seitdem kämpft die junge Republik mit zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen - ethnische Spannungen, politische Gewalt und Proteste, die insbesondere vor und nach Wahlen immer wieder ausbrechen, anhalte Korruption, eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, die wachsende Staatsverschuldung, sowie ungelöste Landkonflikte aus der Kolonialzeit sind nur einige davon. Gleichzeitig machen auch globle Probleme wie der Klimawandel vor dem Land nicht halt.

Aktuell

DE
09. - 19. September 2026

Auf dieser Pilotreise wollen wir gemeinsam mit euch Kenia abseits des Safari-Tourismus kennen lernen! Die pulsierende Metropole Nairobi ebenso wie die traumhafte Küste im Süden des Landes fazinieren durch kulturelle, religiöse und gesellschaftliche Vielfalt. Unsere Reiseroute bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte um sich mit der bewegten Geschichte, den kolonialen Spuren und den aktuellen Entwicklungen Ostafrikas auseinanderzusetzen.