Socotra wird oft als vergessener Ort oder geheimnisvoller „Lost Place“ beschrieben – eine abgelegene Insel in der Nähe von Kriegs- und Konfliktgebieten wie dem Jemen und Somalia, Reiseziel für besonders abenteuerlustige Reisende. Doch dieser Eindruck täuscht in vielerlei Hinsicht. Zwar machen die uralten Drachblutbäumen, die vielen endemischen Tier- und Pflanzenarten, tiefen Tropfsteinhöhlen, hohen Bergen und Dünen und weiten Sandstränden die Insel zu einem sehr außergewöhnlichen Naturraum.

Historische, wirtschaftliche & kulturelle Verknüpfungen
Doch war Socotra nie wirklich isoliert. Seit Jahrhunderten ist die Insel über Handelsrouten eng mit anderen Teilen der Welt verbunden. Händler und Reisende aus Europa, Afrika, arabischen Ländern und Asien legten hier an, hinterließen Spuren und prägten damit die Geschichte der Insel. Migration – sowohl aufs jemenitischen Festland als auch in die Golfstaaten – hat bis heute einen großen Einfluss auf die Gesellschaft. Wer Socotra besucht, erhält nicht nur Einblicke in die Natur, sondern auch insbesondere in die reiche Geschichte und Kultur des Jemen.
Geopolitik & Nachhaltige Entwicklung
Darüber hinaus bietet Socotra wichtige Anknüpfungspunkte zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen: Die geopolitischen Interessen regionaler Mächte wie der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens sind hier ebenso sichtbar, wie der wachsende Tourismus, der große Fragen zu sozialen Veränderungen, dem Schutz seltener Arten und den Eigentumsverhältnisse natürlicher Ressourcen aufwirft. In dieser Vielfalt spiegelt sich Socotras Bedeutung wider – als Ort zwischen Naturwunder, kosmopolitischer Vergangenheit und aktuellem politischem Schauplatz.















































